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Dynafit - Projekt Se7en Summits
Die "Seven Summits" sind Bergsteigern ohne Zweifel
ein Begriff und ihre Besteigung zugleich der Traum vieler. Der höchste Berg
jedes Kontinents, von der klirrenden Kälte der Antarktis bis zum heißen Sand in
Australien und den Savannen Afrikas...
Nur etwa 140 Personen haben sich diesen Traum seit
1985 verwirklicht. Olof Sundström und Martin
Letzter gingen noch einen Schritt weiter. Sie wollten die ersten sein,
die die Seven Summits erklimmen und dann mit Ski befahren.
"Wir hatten
uns viel vorgenommen. Noch nie zuvor wurde der höchste Berg eines jeden
Kontinents bestiegen und mit Ski befahren. Unsere Strategie dabei ist der
"Eco-Alpine-Style". Das bedeutet für uns: nur mit den Basics,
ohne Führer, große Camps oder Service Teams, die am Abend kochen. Wir wollen bei
unserem Projekt eins sein mit der Natur und nicht gegen sie kämpfen, wir wollen
die Berge besuchen und sie nicht besiegen. Wir verlassen uns dabei nur auf
unsere eingeschränkte Ausrüstung und unsere eigenen Fähigkeiten, Probleme zu
lösen und Hindernisse aus dem Weg zu räumen.
Das Projekt Seven
Summits (Se7en Summits) begann 2003, als Olof Sundström und ich (Martin
Letzter) zum Denali (6193) in Alaska reisten, um den höchsten
Berg in Nordamerika mit unseren Ski zu befahren. Die Amerikaner nennen den
Denali auch den kältesten Berg der Erde, obwohl wir bei anderen Aufstiegen im
Winter schon mit kälteren Bedingungen zu kämpfen hatten. Vom Base Camp auf dem
Kahiltna Gletscher in 2200 Metern Höhe, zu dem man in kleinen
Propellermaschinen geflogen wird, sind es noch 4000 Meter zum
Gipfel. Die ersten 2000 Meter führen über den Kahiltna Gletscher zum ABC (=
Advanced Base Camp). Der Weg dorthin war umso beschwerlicher, weil wir Schlitten
mit der kompletten Ausrüstung hinter uns her zogen, um diese ins ABC auf 4300
Metern zu bringen. Für diesen Teil der Expedition haben wir jeder ca 60 kg
mitgenommen, 20 Kilo im Rucksack und 40 Kilo im Schlitten. Nach dem ABC
schnallten wir die Ski ab und montierten gleich die Steigeisen, denn es ging
über einen Grat, der ins Zentrum des Denali Massivs führt, weiter in Richtung
Gipfel. Am 19 Juli 2003 erreichten wir den höchsten
Punkt in Nordamerika. Die Abfahrt führte uns bis unter 5000 m
weitgehend über harten Schnee. Dort wurde er dann weicher und sogar
Pulverschnee. Noch weiter unten schmolz der Schnee und wurde eisig oder
matschig, je nach Tageszeit.
Der Aconcagua (6962m), der
höchste Berg in den Südamerikanischen Anden war der nächste
Berg auf unserer Liste. Kurz vor Sylvester 2003/2004 machten
wir uns auf den Weg nach Santiago de Chile, um den Berg zu besteigen
- Hochsommer in Südamerika. Von dort aus überquerten wir die Anden nach
Argentinien im Auto. Dort angekommen, führte uns der Weg auf Maultieren, die
auch unsere Ausrüstung trugen, in Richtung Berg. Dann weiter vom Base Camp auf
4200 Metern, über ein Middlecamp auf 5200 Metern, bis wir schließlich das
Höhenlager am Fuße des Gletschers in 6000 erreichten. Die letzten 1000 Meter
kletterten wir den Gletscher mit bis zu 55 Grad Steigung hinauf, um uns
schon mal mit ihm vertraut zu machen und auf die Skiabfahrt vorzubereiten.
Während des Aufstiegs schneite es sehr stark, was uns sehr schönen Pulverschnee
für die Abfahrt bescherte, genauso aber Lawinengefahr barg. Wir erreichten den
Gipfel schließlich am 14. Januar 2004, nach einem 15
Stunden Aufstieg durch teilweise hüfthohen Schnee.
Olof hatte schon
im Winter 2003, noch bevor wir gemeinsam zum Denali aufbrachen, mit drei
Freunden den höchsten Berg Europas befahren, den Mt. Elbrus im
russischen Kaukasus. Im Winter 2005 machte auch ich mich auf
den Weg. Die Temperaturen lagen bei um die um die -55 Grad Celsius und ich war
bereits 2 Wochen auf dem Berg und hatte aufgrund des schlechten Wetters schon 2
erfolglose Versuche hinter mir. Ich erreichte den Gipfel des 5642 Meter hohen
Berges am 26. März 2005. Auf dem Weg vom Gipfel zum Sattel, der auf 5200 Metern
lag, musste ich teilweise über Abschnitte mit steinhartem Eis fahren, von da an
folgte noch mehr Eis bis ungefähr 4200 Meter Höhe. Dann langsam verbesserten
sich die Schneebedingungen, bis ich schließlich im Pulverschnee bis zum Fuße des
Berges auf 2300 m noch eine wunderschöne Abfahrt genießen konnte.
Im
Juli 2005 setzten wir unser Vorhaben mit dem höchsten Berg in
Australien, dem Mt. Kosciuszko, fort. Schon der Weg dorthin war
ein Abenteuer. Er begann damit, dass wir in einem 8,5 Meter langen Boot
die halbe Welt umsegelten, vom Süden Schwedens nach Darwin in
Australien (wir überquerten dabei den Atlantik, den Panama Kanal und den
Pazifik). Dann folgten über 5000 km im Auto, bis wir schließlich im
Kosciuszko National Park ankamen. Am 7. Juli erreichten wir auf
Ski den Gipfel und fuhren unter guten Bedingungen, mitten im australischen
Winter, über Schnee, Steine, und Gras ab, bis wir im Tal des Berges auf 1200
Metern wieder ankamen. Damit konnten wir den nächsten Kontinent hinter uns
lassen und uns auf die nächste Herausforderung vorbereiten.
Noch im
selben Jahr, am 2. September 2005, befuhren wir den Kilimanjaro
über das südliche Eisfeld und den 45 Grad steilen Kersten
Gletscher. Die Bedingungen waren leider mehr als schlecht. Wie hatten
mit unebenem und rissigem Eis zu kämpfen, das vom Gipfel ca 500 Höhenmeter nach
unten bis zu einer Kante führte, an der der Gletscher vor einigen Jahren
wegbrach und den 500m hohen Südhang herunterstürzte.
Den vorletzten Berg
unseres Projektes, den Mt. Everest, bestiegen wir über den
Nordgrat im Tibet im Frühling 2006. Die Reise
dorthin führte uns mit unserem 13 Jahre alten Land Rover Defender 12.000
km überland, durch Finnland, Russland, Lettland, Litauen, Polen,
Slovenien, Ungarn, Rumänien, Bulgarien, Türkei, Iran, Pakistan, Indien und
Nepal. Die Expedition dauerte 4 Monate, 55 Tage Besteigung
eingeschlossen. Am 16. Mai erreichten wir mit unseren Dynafit SR 8.0
Ski schließlich den Gipfel. Die Abfahrt hatte es in sich. Mal harter
Schnee, Stein, mal mussten wir uns 25 m abseilen. Der Schnee wurde erst ab 7600
m besser und blieb es auch bis zum ABC auf 6400m. Diese Abfahrt machte Olof zum
ersten Mann in der Geschichte, der vom Gipfel mit Telemark
abgefahren ist und uns beide zu den jüngsten Schweden, die den Everest jemals
bestiegen haben. Außerdem sind wir jetzt die ersten Schweden überhaupt, die den
Berg mit Ski befahren haben.
Der 7. und letzte Gipfel des Projektes
"Se7en Summits" war der Mt. Vinson mit 4897
Metern Höhe, mit dessen Besteigung wir unser Projekt am 27. November
2006 erfolgreich zu Ende bringen konnten. Am 13. November begann
unser Trip und unsere brandneuen Se7en Summits Ski und Stecken
begleiteten uns auf dieser letzten Expedition. Unser Weg führte uns von Schweden
aus auf nach Chile und von dort 3500 km mit dem Auto nach Süden. Nach einigen
Umwegen und technischen Problemen sind wir nach 4 Tagen endlich in Punta
Arenas, an der Südspitze Südamerikas, angekommen. Von dort ging es
mit einer russischen Transport-Militärmaschine, einer Ilyushin IL-76, nach
Patriot Hills in die Antarktis und dann weiter mit einer
kleineren Twin Otter Propellermaschine, die uns bis um Fuße der
Ellisworth Gebirgskette brachte. Ohne lange zu pausieren,
setzten wir unseren Weg Richtung Gipfel fort. Wir hatten uns vorgenommen, nicht
lange zu pausieren, was nicht ohne Spuren an uns vorüber ging. Wir legten den
Weg vom Basecamp zum Gipfel in 26 Stunden zurück, wir haben es
also tatsächlich geschafft! Die Fahrt nach unten war einfach fantastisch. Vom
Gipfel zum Höhencamp benötigten wir zwei Stunden. Nach einer durch Eisregen
erzwungenen Pause ging es weiter bis zum Basecamp. Unser neuer Ski hat uns
nicht enttäuscht, er war schnell, leicht und absolut stabil. Diese
Expedition war vor allem wegen des Klimas eine große Herausforderung für uns.
Die Besteigung des Mt. Vinson ist nur während der wenigen antarktischen
Sommermonate möglich, dann wenn die Temperaturen endlich wieder auf immerhin -40
Grad Celsius steigen.
Wir haben es geschafft - Mission completed!"
Martin Letzter
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