Welcher Laufschuh ist der Richtige?

Entscheidung mit Gewicht

Bei der Wahl des richtigen Laufschuhs stehen Läufer vor der Frage: Welcher Schuh ist der Richtige? Hier einige Tipps.

"Auf jeden Fall", so der Orthopädietechniker, Sportler-Berater und Spitzenläufer Rudi Brunner, "sollten Laufschuhe sehr sorgfältig ausgesucht werden. Denn die Sohle des Laufschuhs ist das Einzige, was zwischen Fuß und Untergrund liegt. Wenn also diese nicht dämpft, was dann?" Schließlich sei Laufen als Sprungfolge zu definieren und dementsprechend groß sei die Belastung beim Aufprall nach jedem Schritt. "Die Belastung kann bis zum Dreifachen des Körpergewichts ausmachen", so Brunner.
Laufschuhe sollten auf jeden Fall den individuellen Ansprüchen angepasst sein. Deshalb müssen zuerst einmal die Bedürfnisse des Läufers herausgefunden werden. Wie oft pro Woche wird gelaufen? Wieviel Kilometer werden wöchentlich zurückgelegt? Wer durchschnittlich mehr als 30 Kilometer pro Woche unter seine Laufsohlen nimmt, darf sich schon als ambitionierter Amateurläufer bezeichnen. Besonders wichtig als Kriterium bei der Auswahl der richtigen Laufschuhe ist das Körpergewicht. "Je schwerer ein Läufer ist, umso mehr Dämpfung sollte sein Schuh haben", bringt es Rudi Brunner auf einen einfachen Nenner.

Laufschuhe können nach verschiedenen Kriterien eingeteilt werden. Eine davon ist die Einteilung nach A-Klassen.
A1 bezeichnet in diesem Fall Wettkampfschuhe, die vor allem besonders leicht sind, dafür aber kaum über Dämpfungseigenschaften verfügen und deshalb fürs Training ungeeignet sind.
Schuhe der Klasse A2 hingegen zeichnen sich ebenfalls durch geringes Gewicht aus und dämpfen einigermaßen den Aufprall des Fußes während des Laufens. Laufschuhe, die der Klasse A3 zugeordnet werden, haben gute Dämpfungseigenschaften und sind für Läufer bis 80 kg Körpergewicht geeignet. Meistens sind diese Schuhe nicht nur mit einer effektiven Fersendämpfung ausgestattet, sondern punkten auch mit einer Vorfußdämpfung.
Schuhe der Klasse A4 haben maximale Dämpfungseigenschaften und sind für schwerere Läufer besonders geeignet. Mittlerweile verfügen auch die meisten A4-Laufschuhe über Fersen- und Vorfußdämpfung.

Ein weiteres, wichtiges Kriterium bei der Auswahl des richtigen Laufschuhs ist der Laufstils. Bei normaler Fußstellung (normale Pronation) kippt der Fuß während des Abrollens nur leicht nach innen und braucht im mittleren Schuhbereich keine Stütze. Nahezu Dreiviertel der Läufer neigen allerdings zur Überpronation. Das heißt, dass der Fuß während der Belastungsphase stärker nach innen kippt. Laufschuhe, die im Mittelfußbereich verstärkt sind, sind in diesem Fall ein Muss. Etwa zehn Prozent der Läufer neigen hingegen zu Unterpronation, das heißt, dass die gesamte Abrollbewegung auf der Außenseite des Fußes erfolgt. Die Fußstellung kann leicht anhand eines Fußscans - jede Sportlerfiliale verfügt über die entsprechenden Geräte - festgestellt werde.

Auf keinen Fall sollten Laufschuhe zu knapp gekauft werden. Als Grundregel gilt, dass an der Zehenspitze noch ein halber Zentimeter frei sein sollte. Erst dann kann der Fuß im Schuh richtig abrollen, ohne dass der Läufer blaue Zehen oder bei längerem Gebrauch gar Schäden am Fuß riskiert.
Eine Sonderkategorie stellen die so genannten Gelände- oder Trailrunningschuhe dar. Sie sind durch Dämpfung, Sohlenprofil und Stützverhalten den erschwerten Bedingungen im steilen Gelände angepasst. Dabei gilt: Mit Geländeschuhen sollte es ausschließlich ins Gelände mit seinem weichen Untergrund gehen, da für längere Läufe auf hartem Asphalt die nötige Dämpfung fehlt.
Grundsätzlich gilt: beim Kauf eines Laufschuhs lieber an den Fachhandel wenden, denn nur dort ist eine ausführliche und korrekte Beratung gesichert. Die Fachverkäufer in den Sportlerfilialen beraten Sie gerne.