Erstbegehung in Grönland
Eine Bergsteigergruppe um Simon Gietl und Roger Schäli stürmte am 6. August den markanten Granitturm des Grundtvigskirken im ostgrönlänidschen Renland. Dabei eröffneten sie eine neue Route über die Nordostwand.
Ende Juli brach Simon Gietl gemeinsam mit Roger Schaeli, Daniel Knopp sowie den Fotografen Thomas Ulrich und Jost von Allmen zur Expedition nach Grönland auf. Mit Hilfe von Schlauchbooten bahnten sie sich einen Weg durch ein Labyrinth von Eisschollen und riesigen Eisbergen und gelangten nach vier Tagen Bootsfahrt an den Fuß der zu bewältigenden Big Wall. Die schwimmende Eislandschaft, die sie bei der Anfahrt erlebten, sollte sich schon wenige Tage später beim Aufstieg als Panorama mit "winzigen Zuckerwürfeln auf dem Meer" zeigen.Im unteren Teil der Wand erschwerten 250 Kilogramm Kletterausrüstung und Nahrung sowie zeitweilig starker Steinschlag den Aufstieg. Am zweiten Tag schließlich richtete die Bergsteigergruppe ein Materiallager auf 600 Meter Höhe für den Gipfelsturm ein. Auf 750 Meter Höhe gelangte die Gruppe dann zur gigantischen Head Wall (Gipfelwand) und erklomm am 6. August den 1.325,5 Meter hohen Gipfel. Eng aneinander stehend auf vier Quadratmeter bestaunten die vier die unbeschreibliche Aussicht auf die Fjorde.
40 Seillängen und 1.500 Klettermeter hatten sie bis zum Gipfel zurückgelegt. Die Kletterschwierigkeit lag dabei im oberem 8. alpinen Grad. Alle Seillängen wurden Rotpunkt bewältigt. Das Abseilen vom Hochlager bis zum Wandfuß gestaltete sich aufgrund massiven Steinschlages schwierig.
Der Name der Route steht noch nicht fest. Im Gespräch sind unter anderem "Traum und Wirklichkeit" sowie "Fairy Tale" - englisch für Märchen - nicht zuletzt wegen des märchenhaften Erlebnis zwischen Traumwelt und Realität.
Simon Gietl wird bei seinen Unternehmungen von Sportler unterstützt.
Daniela Sattler




