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Fitz Roy - der perfekte Berg

Simon Gietl, von Sportler unterstützter "Youngster" und Mitglied des Salewa alpineXtrem Teams, ist mit Salewa alpineXtrem Team-Kamerad Roger Schaeli zur Zeit in Patagonien unterwegs. Sein Zwischenbericht.

Uns geht es gut und wir sind gestern happy vom Fitz Roy nach Chalten abgestiegen. Der Fitz Roy ist der perfekte Berg und für jeden Bergsteiger ist es sicher ein einmaliges Gefühl, einmal auf auf diesem Gipfel gestanden zu haben.
Es gab ein zwei Tage andauerndes Schönwetterfenster, welches wir so gut wie möglich versucht haben zu nutzen. In den Tagen zuvor waren 50 Zentimeter Neuschnee gefallen. So entschieden wir uns für die California-Route (Schwierigkeiten: UIAA 7+, Eis 55°, A.d.r.), welche wir als einzige Möglichkeit eingeschätzten, bei diesen Verhältnissen den Gipfel zu erreichen.

Die sehr lange und exponierte Route ist beeindruckend und ihr Wildheit wird von einer atemberaubenden Kulisse noch unterstrichen. Ohne Wecker biwakierten wir in der "Brecha" und hofften um drei Uhr aufzuwachen. Die Nacht war kurz und nicht allzu warm. Als ich aufwachte, schaltete ich sofort die Kamera ein, um die Zeit abzulesen. Es war exakt drei Uhr! Der "innere" Wecker hatte also bestens funktioniert. Nach einem guten Start wurde es bald spannend. Ein kühner Linksquergang ermöglichte uns den Weiterweg nach oben. Sechs Seillängen später, immer vereisten Rissen entlang, kamen wir auf den Grat, wo uns die Sonne erwartete. Von dort führten weitere zehn anspruchsvolle Seillängen über die drei "Icetowers".

Nach einem Abseiler und weiterem Traversieren erreichten wir endlich das Gipfeleisfeld, welches sich als anstrengend zu spurendes Schneefeld mit integrierter Lawinengefahr entpuppte. Um vier Uhr nachmittag erreichten wir schließlich den höchsten Punkt und freuten uns wie die Schneekönige.

Das Abenteuer war aber noch nicht vorbei. Die Abseilerei über die uns unbekannte Franco-Argentina-Route bot noch einiges an Spannung. Trotzdem erreichten wir pünktlich zum Sonnenuntergang wieder unser Biwakplätzchen in der "Brecha", wo wir uns - müde wie wir waren - kurz hinlegten.

Der starke Wind, der am nächsten Tag wehte, trug dann das Seine dazu bei, dass wir den Abstieg nach El Chalten schnell hinter uns brachten - sogar sehr schnell;-)
Kaum unten, waren die Berge nicht mehr zu sehen. Kommentar zur Wettersituation von Ermano Salvaterra, bekannter italienischer Alpinist, der später zu uns stieß:"So einen Sturm habe ich noch nie erlebt". Für den Weg vom Cerro Torre nach Chalten hatte er neun Stunden gebraucht. Üblich sind zweieinhalb.

Liebi Grüess Simon & Roger