Florian Riegler bezwingt seine Dolasilla
Bozen, 7. April 2011 - Der Athlet von Sportler unterstützte Extremkletterer hat in der Fanesgruppe in den Dolomiten eine neue Mixed-Route eröffnet (M13-), die er nach der ladinischen Prinzessin Dolasilla benannt hat.
Damit hat der 29-jährige Bozner nach Zwergenkönig und Drachenblut bei der Namensgebung sein Faible für die Sagenwelt erneut untermauert. Im Travenanzes Tal, das zwischen Toblach und Cortina d'Ampezzo liegt, befinden sich herrliche Wasserfälle, auf denen Alpinisten in den vergangenen Wintern bereits schöne Routen eröffnet haben. Genau dort hat Florian Riegler eine Höhle entdeckt, bei dessen erstem Anblick der Athlet vom internationalen SALEWA-alpineXtrem-Team sofort wusste, dass er hier, an den zum Teil eisbedeckten Wänden, eine neue Linie hochziehen wollte. Und so fuhr Riegler Ende März zu seiner Grotte und kletterte die ersten Meter auf Eis empor, dann durch gewaltige Rinnen und Überhänge auf Fels, später wieder von Eiszapfen zu Eiszapfen bis hinauf zum letzten großen Teil der vereisten Wand."Der erste Teil der Route war sehr schwierig. In einem sehr heiklen Teil des Parcours ist mir an einer spröden Stelle ein Bohrhaken gebrochen und ich bin zehn Meter abgestürzt. Und später hat auch noch ein Eiszapfen, an den ich mich gerade mit meinem Eispickel hochzog, nachgegeben und mich in die Tiefe gerissen. Es war alles andere als ein Kinderspiel", so Riegler.
Der 29-jährige musste den gesamten Überhang im ersten Teil der Route mit rund 20 Bohrhaken versehen, um Kraft zu sparen für den zweiten Teil in der Felswand, die nochmals 50 Meter hoch ist. Als Riegler das Ende der Route erreicht, befindet er sich in einem Wechselbad der Gefühle - Anstrengung und Zufriedenheit wechseln sich ab und werden schließlich eins.
"Ich habe die Höhle mehrere Male besichtigt und war überzeugt davon, dass es machbar ist. Allerdings war ich mir vom ersten Moment an bewusst, dass es sich um eine sehr schwere Route handelt. Und so musste auch ich mehrere Male aufbrechen, um ans Ziel zu gelangen. Genau wie Dolasilla. Nur dass meine Eispickel nicht so unfehlbar waren, wie die Pfeile der Kriegerprinzessin der Fanesleute", lacht der Bozner Obstbauer. Dolasilla wurde als eine Mixedroute des Schwierigkeitsgrades M13 - eingestuft.




