Die bergsteigenden Darsteller Günther Götsch (li.) und Thomas Gassner

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K2 - Berge als Metaphern

Ein steile Wand als Bühne, Schauspieler, die in fünf Metern Höhe agieren. Das Schauspiel "K2 - ein Theaterstück in der Vertikalen" bietet Ungewöhnliches.

Vom 26. August bis 11. September 2010 wird das Messner Mountain Museum auf Schloss Sigmundskron zum Schauplatz eines ungewöhnlichen Theaterstückes, das von den zwei Darstellern (Günther Götsch und Thomas Gassner) nicht nur schauspielerisches Können sondern auch Schwindelfreiheit und einiges an Mut erfordert. Wir haben mit Günther Götsch über das Stück und seine Anforderungen gesprochen.

Herr Götsch, leben Sie bei diesem Theaterstück gefährlich?
"Gefährlich" ist vielleicht nicht der richtige Ausdruck, aber für uns Schauspieler ist es wichtig, dass wir jederzeit klettertechnisch gesichert sind. Wie in einer Bergwand darf uns auch hier auf der Bühne kein Fehler passieren. Schon in den szenischen Proben lernen und üben wir jeden Handgriff in Bezug auf eine hundertprozentige Sicherheit im Seil.

"Gespielt wird in schwindelnder Höhe" heißt es in der Vorankündigung. Wie muss sich der Zuschauer das vorstellen?
Als Bühne dient uns eine kleine Plattform, die an der Festungsmauer auf einer Höhe von zirka fünf Metern angebracht ist. Und zum anderen sind einige spektakuläre Abseilmanöver geplant, bei denen Schwindelfreiheit ein absolutes Muss darstellt. Alles in allem ein sehr ungewöhnlicher Theaterabend, der durch zahlreiche sportive Elemente besticht.

Sind Sie selbst Kletterer oder ist das ein völlig neues Terrain und damit eine Herausforderung für Sie?
Vor zwei Jahren bin ich erstmals in eine Wand gestiegen und habe daher eigentlich erst vor relativ kurzer Zeit Bekanntschaft mit der Kletterei gemacht. Seit einigen Monaten befasse ich mich wieder vermehrt mit dem Klettern, um für die Aufführungen gut gerüstet zu sein.

Wie wichtig ist der Schauplatz Messner Mountain Museum für die Inszenierung dieses Stückes?
Das Felsentheater auf Schloss Sigmundskron ist in Verbindung mit diesem Stück das Tüpfelchen auf dem i. Wo sonst, wenn nicht in Reinhold Messners Bergmuseum, gäbe es einen idealeren Schauplatz für ein Bergsteigerstück, das auf dem zweithöchsten Berg der Erde spielt? Das natürliche Ambiente und die wunderbare Möglichkeit in der Vertikalen zu spielen, verleihen dieser Theateraufführung ihren ganz besonderen Reiz.

Kletterer sind in den Augen der Öffentlichkeit angehende Selbstmörder, die im Zweifelsfalle selbst schuld sind, wenn sie bei der Ausübung ihres Hobbys umkommen. Wie sehen Sie das?
Erst kürzlich ist wieder ein Bergsteiger am K2 tödlich verunglückt und dieses Thema wieder aktuell in den Schlagzeilen. Immer wieder beschäftigt mich die Frage: was ist der Antriebsmotor für Extrembergsteiger, sich der Herausforderung in der Todeszone zu stellen, wohlwissend um das hohe Risiko? Der Begriff Selbstmörder geht für mich zu weit. Eher würde ich von Grenzgängern auf der Suche nach neuen Erfahrungen sprechen. Ähnlich wie in meinem Beruf gilt es doch immer wieder neue Grenzen auszuloten und mit dem Unbekannten in Berührung zu kommen.

Welche Aussage beinhaltet ihrer Meinung nach das Stück? Was will uns der Autor, der Amerikaner Patrick Meyers, damit näher bringen?
Dazu möchte ich Harold, eine der beiden Figuren im Stück, zitieren: "Berge sind Metaphern, Kumpel, falls du es vergessen haben solltest, die klarsten, einfachsten Metaphern auf diesem verrückten Planeten. Je höher du steigst, umso tiefer fällst du!"

Ist daran gedacht, auch eine italienisch Version des Stückes auf die Bühne zu bringen?
Das Stück hat in den 80er Jahren am Broadway seine erfolgreiche Uraufführung erfahren und erst jetzt 30 Jahre später wurde das Stück erstmals von Maxi Obexer ins Deutsche übersetzt. Eine Übersetzung ins Italienische ist bis dato nicht geplant, aber vielleicht finden ja die italienischen Theatermacher Gefallen daran.

Interview: Peter Seebacher


K2 - ein Theaterstück in der Vertikalen
von P. Meyers
übersetzt und bearbeitet von Maxi Obexer
Mit: Thomas Gassner und Günther Götsch
Regie: Helga Walcher
Ausstattung: Andrea Kerner
Licht & Video: Micha Beyermann
Dramaturgie: Karin Gasser
Technik: Tobias Demetz

Termine:
26. August 2010 (Premiere und deutschsprachige Erstaufführung)
August: 28. und 29.
September. 1., 2., 3, 4., 9., 10., 11.
Beginn: jeweils um 20.30 Uhr

Alle Infos unter: www.k2-theater.eu