Armin Künz mit seinem Rad in Berlin

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Radreise durch den Osten

Armin Künz aus St. Michael/Eppan (Prov. Bozen), begeisterter Radfahrer und Radwanderer, hat sich im vergangenen Jahr auf eine lange Reise mit seinem Drahtesel gemacht. Das Ziel war die Hauptstadt von Estland, Tallinn.

Warum gerade Tallinn? "Es war eine Gelegenheit, die Länder zu erkunden, die auf dem Weg dahin liegen. Ostdeutschland, Polen, die baltischen Staaten. Das sind ja Länder, die jahrzehntelang für Radfahrer tabu waren. Es war für einen Radfahrer bis zur Öffnung des Eisernen Vorhangs und auch lange danach schlicht und einfach nicht möglich, durch diese Länder zu radeln. Das wollte ich nachholen", erklärt Armin Künz seine Motivation für seine Radreise in den Osten Europas.

Der begeisterte Radler war vom 23. April bis 2. Juni 2008 unterwegs und spulte rund 3.400 Kilometer herunter. Dabei konnte er auch feststellen, dass Europa immer mehr zusammenwächst. "Ich musste nur einmal meinen Pass zeigen und mein Handy hatte überall Empfang, das war schon erstaunlich." Unterschiede zwischen den Ländern konnte er trotzdem genügend feststellen: "Dem Klischee entsprechend waren die Radwege in Deutschland perfekt ausgeschildert, in Polen war die Orientierung der fehlenden Beschilderung schon schwieriger. Außerdem legen dort die Lastwagenfahrer ein extrem agressives Fahrverhalten an den Tag und die Straßen sind in einem sehr schlechten Zustand. Radfahren ist dort richtig lebensgefährlich. In den baltischen Staaten waren Campingplätze, die auf der Karte eingezeichnet waren, partout nicht auffindbar."
Ein anderes Vorurteil, das mithin in Westeuropa herrscht, kann Armin Künz nicht bestätigen: "Die Menschen waren alle sehr, sehr freundlich, entgegenkommend und interessiert. In Osten Deutschlands bin ich oft sogar zum Essen eingeladen worden." Sein Resumee : "Ich kann so eine Reise nur jedem empfehlen."