Free your mind, free your heel
Elegantes und mit rythmisches "In-die-Knie-gehen" ist in. Telemarken, davon sind Telemarker überzeugt, ist das bessere und elegantere Skifahren.
Dabei ist der Telemarkschwung fast so alt wie das Skifahren selbst. Bereits Ende des 19. Jahrhunderts wurde diese Skitechnik in Telemark/Norwegen entwickelt. Später setzte sich der "Kristiania", der Parallelschwung, durch und verdrängte die noble Kniebeuge des Telemarkschwungs von den Pisten und aus den Wettkämpfen.Was ist nun der Grund für die nun einsetzende Renaissance des Telemarkens? Schon die heute oft verwendete Bezeichnung für Telemarken wirft ein erhellendes Licht auf die Beweggründe, die traditionelle Skifahrer in das Lager der Telemarker wechseln lassen: Freeheeling. Das Motto der Telemarkbewegung tut das ebenfalls: Free your heel, free your mind.
Freiheit und Unabhängigkeit sind Werte, denen sich moderne Telemarker verbunden fühlen. Nicht mehr eingezwängt in starre Bindungen - im wahrsten Sinne des Wortes - sondern mit der freien Ferse und im eleganten Auf und Ab des Körpers durch den Tiefschnee surfen, das ist der Traum der Freeheeler. Arno Klien, Telemarker der ersten Stunde in Österreich listet in seinem Beitrag "Bewegung im Schnee" auch praktische Gründe für die Telemarktechnik auf. Telemarken sei:
- eine alternative Möglichkeit für Spaß im Schnee eine einfache Technik, weil es der Bewegung beim Gehen ähnlich ist
- eine natürliche Technik, weil jedermann den Schrittwechsel beherrscht
- eine gesunde Technik, weil die Gelenke nicht so stark verdreht werden
- weniger unfallträchtig, weil die freie Ferse mehr Beweglichkeit zulässt
- eine Technik, die alpines Skilaufen ebenso zulässt wie Langlaufen, Springen, Tourengehen und Telemarken
- eine Herausforderung, in eleganten, federleichten Schwüngen alpines Gelände zu befahren
- eine zeitlose Skilauftechnik, die nun von modernster Ausrüstung unterstützt wird
- etwas für Individualisten, Nonkonformisten und Leute, die eine Herausforderung suchen
Eine Herausforderung für alle, die zum ersten Mal Telemark versuchen, ist vor allem der Muskelkater in den Oberschenkeln, der sich unweigerlich einstellt. Warum man, einmal damit begonnen, trotzdem beim Telemarken bleibt, beschreibt Thomas Steger, der bei Sportler so etwas wie der "Telemarkpromoter" ist und seit einem Jahr vom Telemarkbazillus infiziert ist: "Dieses elegante, rhythmische Bewegungsablauf ist einfach mit nichts im Skisport zu vergleichen. Und dass es nun moderne, hochentwickelte Ausrüstung gibt, hat den Fahrspaß noch mehr vergrößert."
Ob nun der Telemarkschwung schwieriger oder leichter ist, als das "normale" Skifahren, darüber scheiden sich die Geister. Einigkeit herrscht allein darüber, dass, wer schon gut Ski fährt, den Telemarkschwung schneller erlernt. Und hat sich der Skifahrer erst mal an die ungewöhnliche Freiheit der Ferse gewöhnt, kann er den Telemarkern nur zustimmen: Ohne feste Bindung fährt sich's wirklich besser. (pas)



