Das E-Bike/Pedelec von Carver fährt sich wie ein Fahrrad - nur viel besser

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Das E-Bike/Pedelec Carver Toronto im Test

E-Bikes und Pedelecs sind die Zukunft des urbanen Verkehrs. Das Pedelec Carver Toronto kommt 2009 auf den Markt. Wir haben es jetzt schon getestet.

E-Bike-Debütanten erkennt man in ihrem Lächeln. Kaum sitzt man auf dem Carver Toronto und tritt in die Pedale, scheint eine unsichbare Hand einzugreifen, um Gerät samt Fahrer sanft, aber trotzdem kräftig, nach vorne zu schieben. Dieses Gefühl des "Geschoben-werden-und-trotzdem-selbst-Tretens" zaubert unweigerlich ein Wohlfühllächeln auf das Gesicht des Fahrers.

Dabei sieht man dem Carver Toronta äußerlich kaum an, dass darin ein kleiner elektrischer Geist verborgen ist, der kräftig beim Fahren hilft. Das TranzX Power Support Techology (TranzX PST) genannte Antriebssystem ist nämlich gut versteckt: der 250 Watt starke Antrieb befindet sich in der Radnabe des Vorderrades und die schmale Lithium-Ionen-Batterie ist unscheinbar unterhalb des Gepäckträgers angebracht.

Die Batterie kann entweder mit Hilfe eines Steckers direkt in der Garage oder einfach herausgezogen und anschließend im Hause aufgeladen werden. Auf dem am Lenker angebrachten Display kann der Motor aktiviert oder deaktiviert werden. Außerdem sind dort alle notwendigen Informationen wie Geschwindigkeit, Batteriezustand uw. ablesbar.
Je nach zu erwartendem Gelände kann zwischen starkem oder schwachem Schub gewählt werden. Der erste, physische Kontakt mit dem Toronto gestaltet sich angenehm. Auf dem höhenverstellbaren und gefederten Sattel sitzt es sich sehr bequem, Unebenheiten auf der Fahrbahn schluckt die Gabelfederung des Vorderrades.
Kaum losgetreten, setzt sofort sanft der Antrieb ein und hilft kräftig mit. Auf ebener Strecke ist die Motorhöchstgeschwindigkeit von 25 km/h bald erreicht und man fühlt sich in den siebten Fahrradhimmel versetzt, wenn man auf dem Fahrradweg zügig die motorlosen Radler überholt. Dabei dosiert der eingebaute Drehmomentsensor des Toronto die notwendige Kraft, mit der unterstützt werden soll, sehr genau.
Wer schneller als 25 km/h fahren möchte, muss das dann ohne Motorunterstützung tun und kräftig in die Pedale treten. Sobald die Geschwindigkeit wieder unter diese "Schallmauer" sinkt, setzt sofort wieder der Motor ein.

Bei der Überwindung steilerer Anstiege ist das nicht unbedingt nötig, denn der Elekromotor hilft ordentlich mit. Schweißtreibend sind solche Anstiege für den Fahrer jedenfalls nicht. Mit einer einfachen Bewegung am rechten Lenkergriff kann zwischen sieben Gängen gewählt werden, gebremst wird mit den bei "normalen" Citybikes üblichen Backenbremsen, die auch in diesem Fall den Ansprüchen durchaus genügen.

Fazi t nach unserer kleinen Testfahrt mit einem Prototyp: Um mit dem Pedelec Carver Toronto zu fahren, braucht es keine Übung, denn das Fahrgefühl ist das gleiche wie bei einem normalen Fahrrad - nur besser.
Die Vorteile des Toronto im Stadt- und Nahverkehr liegen auf der Hand: Einfache Handhabung, keine Führerschein- oder Helmpflicht, Einstufung als Fahrrad und deshalb auf Radwegen zugelassen, Energiekosten, die vernachlässigbar sind. Wer abseits des motorisierten Verkehrs schnell und ohne große Anstrengung ins Büro oder zum Einkaufen kommen möchte, sollte das Carver Toronto einmal ausprobieren - und sich ein Lächeln aufs Gesicht zaubern lassen.
Das Pedelec Carver Toronto wird ab Frühjahr 2009 auch bei Sportler zu haben sein.

Die Entwicklung der E-Bikes
Anfang der 90er-Jahre kamen erstmals Fahrräder mit elektrischer Tretkraftunterstützung auf den Markt. Zu dieser Zeit galt die dafür notwendige Technik noch als teuer, schwer und unzuverlässig. Die Qualität und Funktionalität nahm aber rasch zu - auch dank der im Jahre 2002 erlassenen EU-Norm, in der die sicherheitstechnischen Anforderungen und Prüfbedingungen für E-Bikes verbindlich festgelegt wurden.
In den letzten Jahren hat sich die Technik der E-Bikes und auch der Markt dafür stark weiterentwickelt. Sahen die E-Bikes vor Jahren noch sehr plump und ungewöhnlich aus, so konnten durch leichtere und kleinere Antriebselemente Optik und Gewicht der elektrisch unterstützten Bikes stark verbessert werden. E-Bikes der kommenden Saison sind äußerlich von einem normalen Fahrrad kaum mehr zu unterscheiden.

Generell wird bei Fahrrädern mit Elektromotor aufgrund des unterschiedlichen Antriebs zwischen zwei Gruppen unterschieden:

Bei E-Bikes werden Muskelkraft und Elektromotor unabhängig voneinander genutzt. Der elektrische Antrieb kann über einem Gasgriff oder einem Hebel am Lenker bedient werden, ohne dass der Fahrer in die Pedale treten muss.

Bei Pedelecs ist die Motorunterstützung an die Tretbewegung gekoppelt, der Fahrer muss also immer in die Pedale treten und wird dabei automatisch und je nach Bedarf vom Elektromotor unterstützt. (pas)